Zum Otto-Wagner-Spital Am Steinhof

Von Zeit zu Zeit veröffentlichen wir auf diesem Blog die Meinungen anderer, wenn wir meinen, dass er/sie etwas Wichtiges zu sagen hat. Unterhalb steht ein schönes Beispiel zur Willkür der Rathaus Regierung und wie die Wiener Bevölkerung belogen und betrogen wird. Aber lesen Sie selbst.

Der Autor hat uns gebeten, nur seine Initialen K.S. zu nennen.

Aber jetzt zum Beitrag:

Kommentar: „……….Ein gutes Beispiel liefern uns gerade die Grünen in Wien, denen keine Schweinerei der regierenden Roten zu schlimm ist als, dass sie an der Koalition rütteln würden. Vassilakou gefällt sich offenbar so sehr in der Rolle der Vizebürgermeisterin, dass sie dafür auch gerne die grundlegendsten Prinzipien der Grünen mit Füßen tritt und die durch das süße Rathaus-Leben verweichlichten Grün-Funktionäre werden ja nichts tun um daran etwas zu ändern. …..“

Das stimmt.

Einer der besten Beispiele ist das Drama/die Tragödie  betr. die von der Stadt Wien geplante Verbauung des schönen und berühmten Jugendstilensembles Otto-Wagner-Spitalsareal Am Steinhof, dem unseligen ehem. „Spiegelgrund“!

Dieses (in seiner Gesamtheit denkmalgeschützte!) Gesamtkunstwerk des Wiener Jugendstils soll – im Osten beginnend –  mit vorerst mind. 10 Neubauklötzen der gemeindeeigenen GESIBA Genossenbau verunstaltet werden – „Schöner Wohnen für Politgünstlinge“.

Daß 100e gesunde schöne Baumriesen für diese Neubauten gefällt werden müssen, ist für die Wiener Grünen, die sich früher an jeden Baum gekettet haben, keine Erwähnung wert!

Waren die Grünen in Wien bis 2010 vehemente Befürworter des unversehrten Erhalts und VerteidigerInnen des Gesamtareals – die szt. Gemeinderätin Sabine Gretner hat als erste den Weltkulturerbeantrag 2006 eingebracht – sind sie mit Koalitionseintritt 2010 zu VerteidigerInnen der Bebauung und des Verkaufs geworden!

Frau Vizebgmin. Vassilakou schreckt vor keiner Verdrehung der Wahrheit zurück, sie und Gemeinderätin Jennifer Kickert befürworten die Verbauung zugunsten des gemeindeeigenen Wohnbauträgers Gesiba und schmettern im Gemeinderat im trauten Verein mit der SPÖ alle Anträge auf Weltkulturerbe ab – den gleichen Wortlaut, den die Wr. Grünen vor Koalition mit der Wr. SPÖ  selbst eingebracht haben!

Es gibt insges. 80.000 Unterschriften gegen die Verbauung: davon eine internat. Avaaz-Petition mit über 6.000 Unterstützern!

3 Petitionen der Bürgerinitiative wurden vom Petitionsausschuß abgewürgt, ohne Angabe von Gründen, die Petitionswerber wurden nicht gehört, der Vorsitz ist in SPÖ- und Grünen-Hand (Fr. GRin Kickert).

Ein weiteres demokratiepolitsches Waterloo des rot-grünen Wien!

Es gibt die Homepage der engagierten Bürgerinitiative, die sich seit Beginn der Zerstörungspläne für den unversehrten Erhalt dieses architektonischen und sozialpolitischen Meisterwerks einsetzt, auch viele Vorschläge für sinnvolle Nachnutzungen sind aufgezählt:

www.steinhof-erhalten.at

Nachnutzungspläne der Stadt Wien gibt es übrigens bis heute nicht, obwohl nach Absiedelung des Spitalsbetriebes über 50 (denkmalgeschützte) Pavillons/Gebäude leer stehen werden und der Renovierung/Revitalisierung harren!

Das Argument, daß das Pavillon-System nicht geeignet ist, kann nicht für alle Nachnutzungen ins Treffen geführt werden. Z.B. das geringere Infektionsrisiko gilt nach wie vor, und wenn auch Apparatemedizin, Thoraxchirurgie und dgl. nicht optimal möglich sind, was nachvollziehbar ist, wären die Pavillons der herausragende Standort für Hospiz- und Palliativmedizin, der gerade in letzter Zeit vielbeschworenen „Würde am Ende des Lebens“.

Für eine Burnout-Klinik in Ruhelage (statt des ungeliebten Neubaus im Hörndlwald!), oder für Kinder-Rehab, für die im Osten Osterreichs geeignete Einrichtungen fehlen, wie in den letzten Tagen von allen  offiziellen Würdenträgern beklagt wurde.

Es ist eine SCHANDE, wie hier vorgegangen wird.

Ist es schon so tief mit unserer Gesellschaft gekommen, daß dieses schöne Areal für kranke Kinder „zu teuer“, für Totkranke „zu schön“ ist? „Die brauchen das nicht mehr“?

Wie ist die Meinung Ihrer Organisation dazu?

Rudolf Huber

Mir ist Österreich einfach nicht egal.

3 thoughts on “Zum Otto-Wagner-Spital Am Steinhof

  • Mai 29, 2015 at 12:38 am
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    In der Reizenpfenninggasse beim Eingangstor sind etliche Föhren mit roten Punkten – dem Zeichen zum Fällen – markiert. Die Zerstörung geht weiter. Vor den Gemeinderatswahlen werden noch mit unglaublicher Brutalität gegen Natur, Umwelt und Moral FAKTEN GESCHAFFEN! Stadtregierung, KAV, VAMED und GESIBA zerstören einen wunderschönen Teil Wiens und das Bundesdenkmalamt sieht wohlwollend zu! Der Großteil der Bevölkerung ist desinteressiert und lässt es geschehen. Sollten sich nicht trotzdem so viel als möglich Verantwortungsbewusste sehr bald organisieren um gegen diesen Frevel vor Ort zu protestieren?

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    • Mai 29, 2015 at 4:34 am
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      Nicht nur bei Kultur und Natur wird mit unglaublicher Brutalität Fakten geschaffen. Auch die Bücher der Stadt werden noch nachfrisiert damit allenfalls nach der Wahl nichts mehr gefunden werden könnte das die derzeit an der Macht befindlichen inkriminieren könnte. Die Bevölkerung wird hier organisiert ausgeplündert weil die Verantwortlichen wissen dass bald gar nichts mehr geht und wir dann vollends Pleite sind. Dann gehen sie halt in Pension aber in Österreich wird es zu Massenentlassungen von Beamten, Gehaltskürzungen, Beschneidung von Sozialleistungen und noch höhren Steuern auf sehr viele Jahre kommen. Wir sitzen nicht alle im selben Boot.

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  • Juni 1, 2015 at 11:18 am
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    Wenn drei Petitionen und unzählige Briefe ignoriert oder in den Papierkorb landen, was kann man noch tun um Steinhof zu retten?
    Ich lasse mich, wenn nötig, auch an einen Baum anketten, damit dieser nicht gefällt werden kann. Aber ich fürchte man geht auch darüber hinweg, weil die Bürger keine Rechte mehr haben, sondern nur noch Steuerpflichten!!

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